19 Erntehelfer haben ein „Tierisches Vergnügen“

Mittwoch, 05. August 2009

Landwirtschaft hautnahe und zum Anfassen

Landwirtschaft hautnahe und zum Anfassen – das stand in diesem Jahr auf dem Programm der Kinderfreizeit auf der Ohäuser Mühle. Die 19 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und die drei Betreuer verbrachten 8 unvergessliche Tage mit vielen Tieren, Fliegen vor allem, viele Spaß und jeder Menge neuer Eindrücke.

 

 

Das Hühner für gewöhnlich Eier legen war für die Kinder nichts neues, aber wie der Stempel auf jedes der Eier gedruckt wird und wie man die unterschiedlichen Größen sortiert, war eine neue Erfahrung. „Am liebsten sind die Kinder an der Eiersortiermaschine“ so Reinhard Wever von der Ohäuser Mühle. Aber auch die Arbeit mit den Tieren, wie etwa das Füttern morgens und abends, die Ställe ausmisten und neu einstreuen sowie die Fell.- und Klauenpflege waren sehr beliebt. Der tägliche Gang in den Gemüsegarten, das Zubereiten der Mahlzeiten und die Verarbeitung der eigenen Produkte machten die Kindern mit Begeisterung. „Zuhause helfe ich nie beim Kochen, aber hier mit meinen Freunden macht das Spaß“ so ein Junge beim Gemüseschneiden. Über offenem Feuer, mit einem großen Topf durften die Kinder sogar einmal kochen, zurück zu den Anfängen also. Am Abend gab es Grillwürste, hergestellt vom örtlichen Metzger, der am Tag zuvor ein Schwein verarbeitet hat, dass die Kinder zu Beginn der Freizeit noch gefüttert hatten. „Die Kinder gehen mit dem Thema Schlachten und Verarbeiten völlig normal um. Sie sind sehr daran interessiert, wer was wie macht“ so eine der Betreuerinnen im Anschluss an die Freizeit.

 

Zarte Wesen und harte Fakten

Am Mittwoch, Tag des sog. Bergfestes, kam Besuch auf die Freizeit. Staatssekretär Mark Weinmeister aus dem Landwirtschaftsministerium sowie Angela Dorn, mit 27 Jahren die jüngste Landtagsabgeordnete, besuchten zusammen mit dem Vorsitzenden des hessischen Jugendrings, Stefan Haid, und dem stellv. Landesvorsitzenden der Hessischen Landjugend, Mark Trageser, die Kinderfreizeit. Der Jugendring lädt Landespolitiker in den Sommermonaten ein, Aktivitäten der hessischen Jugendverbände zu besuchen, um sich so ein Bild zu machen wie aktiv die Jugend in Hessen ist. „Die Ohäuser Mühle ist wie ein dreidimensionales Lehrbuch. Hier gibt es alle Tiere und das zum Anfassen“ so Weinmeistern nach einem Hofrundgang. Auch er durfte Tiere anfassen. Zusammen mit Dorn betrat er das „Schmettlingshaus“ und sie durften einige der sehr seltenen Schwalbenschwänze auf ihren Händen landen lassen. Angela Dorn interessierte sich wiederum für die Direktvermarktung und fühlte sich als passionierte Honigesserin in der Imkerei wohl. Die Kinder wiederum beantworteten gerne die Fragen zum Freizeitprogramm und dem Wohlfühlfaktor. „So schön wie das alles klingt und aussieht, es steckt sehr viel Arbeit und Geld drin. Wir bräuchten dringend personelle Unterstützung“ so Wever auf die Frage der Finanzierung und Organisation des Schulbauernhofes. Die Ohäuser Mühle finanziert sich ganz ohne öffentliche Unterstützung, was die beiden Politiker sichtlich überraschte und erste hilfreiche Tipps zur Finanzierung der personellen unterstützung gab es auch gleich von den beiden Landespolitikern

 

 

Das Wetter spielte super mit

Kühe sorgten auch am Donnerstag der Freizeit für Aufsehen. Der Besuch des konventionellen Milchviehbetriebs der Familie Metz in Schweinsberg zeigte den Kindern, wo die Milch für das morgendliche Müsli herkommt. „Cool waren die Euter anzufassen, die sind ja so kuschelig wie mein Kissen“, sagte eines der Kinder nach dem Besuch auf dem Betrieb. Aber nicht nur Müsli gab es zum Frühstück, das selbstgemachte Johannisbeergelee und der frisch geschleuderte Honig waren, neben den Eiern, die „Frühstücksrenner“. Täglicher Sonnenschein, Baden in der nahegelegenen Ohm, Wasserschlachten, Gruselgeschichten und vieles mehr machten die Tage für die Kinder und Betreuer aufregend und sehr kurzweilig. „Ich fand das toasten immer ganz cool“ so eine Teilnehmerin in ihrem Rückblick. „Toasten“ stand für die Zeit ohne Programm, die die Kindes mit entspannen, erkunden, spielen, basteln oder anderen Aktivitäten frei gestalten konnten. Die Nächte in den Tippizelten waren oft kurz und trotz heftigen Regenschauern blieb aber alles trocken.

 

Kinder sind international und kreativ

So ging am vergangenen Samstag für die 19 Mädchen und Jungen und die 3 LandjugendbetreuerInnen eine sehr ereignis- und abwechslungsreiche Woche zu Ende. Den Abschluss machte eine von den Kindern einstudierte Darbietung des Liedes „Country Roads“ mit aus Socken gebastelten Tieren. Die Kinder hatten während der Freizeit fast jeden Tag begeistert an der Präsentation gearbeitet, sie verfeinert und den englischen Text rasend schnell gelernt. Der große Auftritt vor den Eltern war ein voller Erfolg und stolze Mütter und Väter schlossen ihre Kinder in die Arme. Wer jetzt Lust bekommen hat, sein Kind im nächsten Jahr auf eine der Freizeiten der Hessischen Landjugend mitfahren zu lassen, sollte sich in den Postverteiler für das neue Jahresprogramm 2010, das Ende des Jahres erscheint, eintragen lassen (Telefonnummer 06031-794610)!

 

Von: Antje Krauß