Das Jubiläumsjahr der Hessischen Landjugend

Freitag, 29. Januar 2010

Interview mit den Landesvorsitzenden Carina Ludwig und Henrik Schmidtke

Die Hessische Landjugend wird dieses Jahr 60 Jahre alt. Wie werdet ihr dieses denkwürdige Ereignis feiern?

Carina: Das Fest wird dreiteilig, den Auftakt bildet die VV „Hier schnitzelt’s“!

Henrik: Wir feiern außerdem vom 17.-19. September mit einem großen Fest in Wirmighausen. Zusätzlich wollen wir ein Großprojekt durchführen, die Ortsgruppen und der Landesverband sollen sich im Film „Auf der Suche nach…“ darstellen. Dieser wird am 18. September uraufgeführt.

Carina: Das Tolle an diesem Programm ist, dass die Inhalte von unseren Mitgliedern bestimmt wurden. Es wurde ein Arbeitskreis gebildet, ich selbst bin auch dabei, ich finde es ist eine runde Mischung, mitmachen lohnt sich.

 

Warum ausgerechnet ein Film?

Henrik: Ein Großprojekt im Verband durchzuführen hat uns in der Vergangenheit gezeigt, wie engagiert unsere Jugendlichen sind. Es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, welches für alle wichtig ist.

Carina: Weil es ein Medium ist, das bleibt, das modern ist und die Möglichkeit bietet, sich mit aktuellen Medien und Arten der Kommunikation auseinanderzusetzen.

 

Was ist für die Ehemaligen anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten geplant?

Carina: Ich möchte die Ehemaligen mit den Veranstaltungen wieder gefühlsmäßig abholen, als wären sie nie weg gewesen. All die legendären Geschichten, Beziehungen, Irrungen und Wirrungen sollen wieder mit Leben erfüllt werden.

Henrik: Am Jubiläumswochenende präsentieren sich die aktiven Ortsgruppen in einem Markt der Möglichkeiten. Der Förderverein plant, sich zu präsentieren. Die Ehemaligen können sich hier aktiv beteiligen.

 

Was hat sich seit Gründung der Hessischen Landjugend stark verändert und würden ehemalige Landjugendliche nicht wiedererkennen?

Henrik: Mir fällt da spontan die Mitgliederstruktur ein, die sich in den letzten Jahren stark geändert hat. Hatten wir doch in der Gründungszeit viele Jugendliche mit agrarischem Hintergrund, sind jetzt viele Mitglieder aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen in unserem Verband aktiv.

Carina: Die Vielfältigkeit, der Wille zur Veränderung ist geblieben, auch wenn die inhaltlichen Themen sich verändert haben. Wir sind moderner geworden, setzen uns mit der Vielfalt der Möglichkeiten von Jugendlichen auseinander. Verändert hat sich, dass wir keine Selbstverständlichkeit mehr für Jugendliche auf dem Land sind. Durch die vielzähligen Freizeitangebote der Jugendlichen sind wir mehr gefordert, Wünsche zu erkennen und Jugendlichen mehr Perspektiven, Bildung und Spaß zu geben. Landjugend ist für mich eine Marke - wer einmal dabei war, wird sie immer wieder erkennen und sich gern an seine eigene Zeit erinnern.

 

Welche Traditionen der Landjugend gab es schon von Anfang an?

Henrik: Die Pflege des Brauchtums ist für viele Ortsgruppen die Grundlage ihrer Arbeit. Dieses beizubehalten ist ein wichtiger Bestandteil. Aber eine Weiterentwicklung von Traditionen sollte es immer geben.

Carina: Volkstanzturniere, Vertreterversammlungen, Teilnahme an der Grünen Woche sind Veranstaltungen, die ich seit eh und je kenne. Eine Tradition ist mir besonders wichtig: Landjugend kann gut gemeinsam feiern und hilft sich gegenseitig. Sie ist eine Gemeinschaft, die verbindet. Jeder kann was erleben und bewegen. Eine Tradition die es fortzusetzen gilt.

 

Worauf seid ihr besonders stolz, wenn ihr euch die Stellung und Entwicklung eures Verbandes anschaut?

Henrik: Dass der Verband modern geworden ist, seine Grundzüge aber nach 60 Jahren nicht verloren hat.

Carina: Ich bin stolz, dass es keinen Stillstand gibt. Landjugend ist immer in Bewegung, hat viele Ideen und Energie. Für mich ist erstaunlich, wie anpassungsfähig bzw. veränderungswillig wir sind. Es ist ein großes Geschenk, dass ein solcher Verband bereits 60 Jahre besteht und das auf einer wahnsinnigen Vielfältigkeit: Vom Ursprung des Agrarbereichs, über Kinder, Volkstanz und Jugendpolitik u.v.m.

 

Wo seht ihr die Hessische Landjugend in 20 Jahren?

Henrik: In den kommenden Jahren wird sich viel in der Jugendverbandsarbeit ändern. Angebote müssen individueller gestaltet werden, um Jugendliche zu motivieren und mitzuarbeiten. Die Landjugend ist dafür gut aufgestellt und auch in 20 Jahren wird der Verband ein demokratischer moderner Jugendverband sein.

Carina: Die Landjugend in 20 Jahren ist hoffentlich noch genauso jung, dynamisch und flexibel, wie sie jetzt ist. Kann politisch ihre Meinung vertreten und durchsetzen, wird von Verbandspartnern akzeptiert und ernst genommen. Ich wünsche der Landjugend, dass sie noch ein bisschen frecher und lauter wird. Wir sind die Zukunft, unsere Meinungen sind wichtig. Ansonsten sollte sich Landjugend treu bleiben.

 

Wie kann man Mitglied im Landesvorstand werden?

Carina: Es ist gar nicht schwer, sich für Landjugend zu interessieren. Man sollte gern unterwegs sein, Menschen kennenlernen und was ausprobieren wollen. Bereits mit diesen Eigenschaften ist man schon im Rennen, dann noch an unseren Veranstaltungen teilnehmen und sich bekannt machen.

Henrik: Landjugendliche, die sich für die Arbeit im Vorstand interessieren, sind gerne eingeladen mitzuarbeiten. Man muss sich auf der Vertreterversammlung im Februar wählen lassen. Es besteht die Möglichkeit, dass man einen Vorstandsposten auf ein Jahr oder zwei Jahre besetzen kann.

Von: Interview von Heike Kukuk

Rubrik(en): HLJ