Gemeinsame Freizeitinteressen
Der Arbeitskreis „Jugend macht Politik“ vom Bund der deutschen Landjugend tagte in Köln
Landjugendvertreter aus ganz Deutschland waren zum Arbeitskreistreffen in die Karnevalshochburg nach Köln gereist. „Interkulturelles Lernen in der Landjugend und die dazu nötige Öffnung“ war der Schwerpunkt der ersten Tagung im neuen Jahr. „Auf den Trachten- und Volkstanzfesten der Landjugendgruppen kommen immer zahlreiche Partnergruppen aus ganz Europa zu Besuch, aber wie wir Jugendliche mit Migrationshintergrund längerfristig, auch über den Tanz hinaus, für die Landjugend gewinnen und an uns binden können, wird Aufgabe der Landesverbände in den nächsten Jahren sein“, so die Landesvorsitzende Carina Ludwig im Anschluss an die Veranstaltung.
Partizipation als Integrationsmittel
Birgit Jagusch, Referentin vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) e.V. hob in ihrem Einführungsvortrag den Zusammenhang von Partizipation, interkultureller Öffnung und gegenseitigem Lernen hervor. „Die Forderung nach Integration kann nur bei gleichzeitiger Ermöglichung von Partizipation funktionieren“, so Jagusch in ihrem Vortrag. Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund wollen Partizipation, das bedeutet die Teilhabe, Teilnahme und Gestaltung an Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen ermöglicht bekommen. Beide Gruppen sind bürgerschaftlich engagiert und in Vereinen Mitglied, Jugendliche mit Migrationshintergrund insbesondere in Sportvereinen und Gewerkschaften. Kaum Unterschiede gibt es bei der Freizeitgestaltung. Lesen, Freunde treffen und Sport sind für beide Personengruppen in der Freizeit sehr wichtig. Dennoch partizipieren Jugendliche mit Migrationshintergrund bislang eher an Angeboten der offenen Jugendarbeit als an der Arbeit der traditionellen Jugendverbände. „Die Landjugend ist ein sehr traditionsbewusster Verband, der u.a. regionale Brauchtümer bewahrt und zum Teil auch weiterentwickelt“, so Kerstin Schmerer aus dem Landesvorstand der Hessischen Landjugend während der Tagung. „An der Stelle tun wir uns mit einer Öffnung sicher schwer, aber wo wir bereits interkulturell voneinander lernen und einen regen Austausch haben, ist beim Tanzen“, so Schmerer weiter.
Gesundheitsvorsorge auf dem Land
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die inhaltliche und terminliche Planung für das kommende Jahr. Zwei weitere Arbeitskreistreffen finden im Juli in Magdeburg und im November in Nürnberg statt. Zuvor treffen sich jedoch alle Arbeitskreise, also auch Agrar, Regionalentwicklung und Weinbau, am 2. März in Berlin zum „Parlamentarischen Abend“. Bundestagsabgeordnete stehen Landjugendvertretern Rede und Antwort. Der Arbeitskreis „Jugend macht Politik“ wird sich u.a. mit dem Thema „gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum“ bei den Bundespolitikern einbringen und auf deutliche Missstände aufmerksam machen. „Mein Vorstandskollege Andreas Pförtner weiß da genau von was er spricht und ist unser Vollprofi auf dem Gebiet“, so Katrin Biebighäuser, die stellvertretende Bundesvorsitzende und ehemalige Landesvorsitzende aus Hessen, „er ist selber Arzt und hat seine „Lehrjahre“ in einer Landarztpraxis absolviert“. Der Arbeitskreis Agrar wird seine inhaltlichen Schwerpunkte auf die EU-Politik nach 2013 und die Verbraucherkommunikation zum Stellenwert der Landwirtschaft legen. Mitglieder des Landesvorstandes werden auch bei dieser Veranstaltung wieder hessische Landjugendinteressen vertreten.

