making of: "Auf der Suche nach ..."
Exklusiv-Interview mit den neuen Sternen am Produzentenhimmel. Hollywood kann sich warm anziehen, jetzt kommt der neue Landjugend-Blockbuster "Auf der Suche nach ..." ins Kino! Wir haben vor der Weltpremiere in Wirmighausen mit Michael Paulus und Thorsten Kahler vom Produzententeam gesprochen.
Die Hessische Landjugend will jetzt also ganz dick ins Filmgeschäft einsteigen. Warum eigentlich?
Michael: Wir wollten was für die Ewigkeit schaffen! Außerdem sind einige in unserem AG-60-Team nicht mehr die Jüngsten und wollten sich gerne die ewige Jugend auf DVD konservieren…
Thorsten: Und die Horst-Aktion in 2008, bei der die hessischen Lajugruppen reihum einen Hessentagswagen aufgebaut hatten, ist so gut angekommen. Da mussten wir einfach zum 60-jährigen Jubiläum was machen, an dem sich alle Ortsgruppen beteiligen können.
Der Film heißt „Auf der Suche nach…“. Ist irgendwas verloren gegangen oder warum sucht Ihr?
Thorsten: Wir lassen suchen! Oder besser gesagt: Wir als AG 60 haben schon gesucht – eine Aufgabenstellung für die Ortsgruppen gefunden. Sind Jugendliche und junge Erwachsene nicht immer auf der Suche nach irgendwas? Vernünftiger Ausbildungsplatz, eigenes Auto oder erste große Liebe. Da ergeben sich ganz viele spannende Themen, die von den Gruppen mit Leben zu füllen sind.
Wie müssen wir uns die Dreharbeiten vorstellen?
Michael: Da die Gruppen von uns nur das Thema ihrer Szene bekommen haben, mussten sie alles selber planen, zum Beispiel Drehbuch schreiben oder Schauspieler ausgucken. Ich habe die Drehs von Basdorf und Rosenthal vor Ort betreut, und da ging es ziemlich ruhig zu. In meiner Ortgruppe in Laisa haben wir dagegen eine Szene erst beim 17. Anlauf im Kasten gehabt. Auch sonst lief’s wohl teilweise ganz schön chaotisch ab…
Thorsten: …weil bei uns ja keine Profis am Werk sind. Das ist doch das Geniale. Oft stellt sich erst während des Drehs heraus, wie aufwändig so ein Film tatsächlich ist. Wenn dann nur eine Woche für Regie, Kamera, Ton, Drehassistenz, Maske, und Schauspiel bleibt, kann schonmal Zeitdruck aufkommen, der den Drehplan komplett über den Haufen wirft. Aber wir Lajus sind ja Improvisationsprofis, oder?
Auf jeden Fall. Aber mal ehrlich: Wie viel Geld habt Ihr den Ortsgruppen geboten, damit sie freiwillig mitmachen?
Thorsten: Das Versprechen auf eine Premierenfeier, die die Oscarverleihung locker in den Schatten stellt, war vollkommen ausreichend.
Michael: Einige waren von Anfang an Feuer und Flamme für das Projekt, andere haben wir auf der Vertreterversammlung mit dem Filmvirus infiziert.
Welche Rollen mussten im Landjugend-Blockbuster besetzt werden, und wie aufwendig war das Casting?
Thorsten: Das Casting haben wir den Ortsgruppen überlassen. Die wissen am besten, welche verborgenen Schauspieltalente in ihren Leuten schlummern. Wir haben drei Rollen vorgesehen, die den roten Faden zwischen den Episoden spinnen sollen: Marie, Katharina und Paul, die alle drei die Landjugend-Welt aus eigenem Erleben aber auch aus unterschiedlichen Perspektiven kennen.
Viele Köche verderben den Brei. Wie soll es gut gehen, wenn ein Dutzend Landjugendgruppen versucht, einen zusammenhängenden Spielfilm zu drehen?!
Michael: Der Film hängt nur bedingt zusammen, jede Gruppe dreht ihre Szene für sich. Es gab von uns nur die Vorgabe, dass die Folgegruppe sich mit der vorangegangenen kurzschließen musste, damit es einen Übergang zwischen den Szenen gibt. Wenn also beispielsweise die Schauspieler aus Laisa am Schluss einen Ball werfen, dann sollten die nachfolgenden Wehrheimer in ihrer Szene den Ball fangen.
Wie sind die Dreharbeiten gelaufen: Totales Chaos oder professioneller Dreh?
Michael: Ich persönlich habe die Drehs von Basdorf und Rosenthal vor Ort gesehen da ging es ziemlich ruhig zu. In meiner Ortgruppe in Laisa haben wir eine Szene erst im 17 Anlauf im Kasten gehabt.
Sind Landjugend-Schauspieler eigentlich auch solche Zicken wie die Kollegen aus Hollywood?
Thorsten: Nein, echte Profis zicken doch nicht rum! Nur das Catering muss stimmen, ohne Mampf kein Kampf!
Michael: Außerdem haben wir die Gruppen gegen lästige Paparazzi abgeschirmt, damit erst gar keine Starallüren aufkommen.
Thorsten: Wenn die anfängliche Skepsis überwunden war, war alles andere eigentlich ein Kinderspiel. Da hat man schon gemerkt, dass die Gruppen in sich einfach gut funktionieren und jeder seine Aufgaben annimmt, wenn es drauf ankommt. Vor der Kamera genauso wie dahinter.
Wie entsteht aus dem Rohmaterial ein spannender Film?
Michael: Wir haben mit Patrick Hammerschmidt einen Profi verpflichtet, der den Film für uns schneidet, mal sehn was dabei rauskommt…
Thorsten: Außerdem hat jede Gruppe ein Drehbuch und einen Schnittplan abgeliefert, damit nix schief geht. Wir hatten auch im Vorfeld viele Gespräche mit erfahrenen Film- und Bühnenregisseuren, ambitionierten Hobbyfilmern usw. geführt.
Was wollt Ihr mit dem Film erreichen, außer Ruhm und Ehre?
Thorsten: Reicht das nicht? Wir hatten ja anfangs Bedenken, ob wir überhaupt viel mehr als eine Handvoll Gruppen von unserer Idee begeistern könnten. Doch dann haben sie uns quasi die Bude eingerannt. Am Ende wird der Film aus fünfzehn Episoden bestehen. Wir freuen uns, wenn die Lajus bei der Premiere feststellen: Wow, das ist ja ein toller Film, zu dem wir einen großen Teil beigesteuert haben!
Wann kommt der Film in die hessischen Kinos?
Thorsten: Erstmal wird der Film nur für den exklusiven Kreis der Premierengäste während unseres Jubiläums-Wochenendes zu sehen sein…
Michael: Und wer will denn heute noch ins Kino gehen? Wir steigen gleich ins DVD-Geschäft ein, damit jede Lajugruppe den Film noch den Enkeln zeigen kann. Als Erinnerung für die nächsten Jahrzehnte!
Besten Dank fürs Gespräch, wir sind gespannt auf den Film!



