Hessisches Volkstanzturnier 2010

Mittwoch, 17. November 2010

Haubern und Jossatal nutzen Heimvorteil

Volkstanzturnier der Hessischen Landjugend mit 15 Tanzkreisen

Haubern und Jossatal haben beim Volkstanzturnier der Hessischen Landjugend in diesem Jahr die Titel gewonnen. Sie setzten sich in Frankenau (Waldeck-Frankenberg) in knappen Entscheidungen jeweils vor Tanzkreisen aus Linsengericht durch.

Auf unterschiedliche Weise hatten die neuen Hessenmeister ihren Heimvorteil genutzt. Haubern war diesmal Ausrichter des Volkstanzturnieres der Hessischen Landjugend, verlor zwar seinen Titel im Vierpaarkreis an die Fidelen Jossataler, löste Linsengericht aber als Sieger der Mehrpaarkreise ab. „Wir hatten natürlich die Hoffnung, vor heimischen Publikum zu gewinnen, das ist ein super Gefühl“, sagte Hauberns Tanzleiterin Alexandra Beil nach dem Erfolg. Der Titel für die Jossataler war irgendwie auch ein Heimsieg: Das Turnier fand wieder auf dem extra verlegten Tanzboden statt, auf dem die Fidelen beim Turnier 2008 in Jossgrund als Gastgeber den Mehrpaar-Wettbewerb gewonnen hatten. Enger Kopf-an-Kopf-Wettkampf Diesmal hatte Haubern II bei den Mehrpaarkreisen nach dem Pflichttanz Kiekbusch noch 1,5 Punkte hinter Linsengericht II gelegen, bekam von den Tanzrichtern auf die Kürtänze Bandoneonpolka (111,5) und Fryksdalspolska (115) aber jeweils die Höchstwertung der beiden Durchgänge. Das reichte für den Sieg – mit 1,5 Punkten vor Linsengericht. Die Jossataler wurden elf Punkten Rückstand Dritter. Bei den Vierpaarkreisen war zwar nicht der Sieger, aber doch der Siegertanz der gleiche wie im Vorjahr: Jossatal tanzte als zweiten Kürtanz den Gigue, mit dem Haubern im vergangenen Jahr in Linsengericht gewonnen hatte. Hier lagen die ersten Drei am Ende noch dichter beisammen: Jossatal hatte 1,5 Punkte Vorsprung auf Linsengericht und einen weiteren halben Punkt auf Haubern. Für die Jossataler war es nach Platz zwei im Vorjahr der erste Titel bei den Vierpaarkreisen. Tanzrichter mit strengem Blick für Detail Die fünf Tanzrichter Michael Bleul, Thorsten Ehlermann, Ursula Brenner, Jörg Heimecke und Werner Seyer achteten bei ihren Wertungen auf die einheitliche Tracht, Raumaufteilung und Technik sowie Haltung und Mimik der Tänzer. Silke Hartmann und Kai Vöhl, beide von der Landjugend Haubern, führten durch das umfangreiche Programm, erläuterten die Herkunft der Pflicht- und Kürtänze und gaben die Wertungen der Tanzrichter bekannt. Die Pflichttänze waren für die Vierpaarkreis der „Kiekbusch“, für die Mehrpaarkreise der „Flink Floiter“.

Mehr Gruppen als in den Vorjahren

Erfreulich war die Teilnehmerzahl in diesem Jahr: 15 Tanzkreise aus den acht Landjugendgruppen Jossatal, Friedberg, Geismar, Haubern , Laisa, Linsengericht, Rosenthal und Wirmighausen. Friedberg war nach vielen Jahren Pause wieder dabei, Wirmighausen machte zum zweiten Mal nach 2005 mit. Die meisten Kreise, nämlich vier, stellte die Trachtengruppe Laisa, die in beiden Kategorien jeweils Vierter und Fünfter wurde. „Natürlich hätten wir gerne einen Pokal gewonnen, wir freuen uns aber über unsere hohen Bewertungen. Die anderen waren diesmal eben einen Tick besser“, sagte Laisas Tanzleiter Jörg Paulus.

Landjugend als Botschafter

Carina Ludwig aus Laisa, Vorsitzende der Hessischen Landjugend, sprach von einem krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres. Die Hessische Landjugend, die das Turnier ausrichtet, wurde 60 Jahre alt. Und Waldeck-Frankenbergs Landrat Dr. Reinhard Kubat lobte: „Was kann es für bessere und schönere Botschafter für den ländlichen Raum geben als euch Volkstänzer?“ Heinrich Heidel, Mitglied des Landtages und Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, überbrachte die herzlichsten Grüße seiner Landtagskollegen sowie von Bauernverbandspräsiden Friedhelm Schneider. Er würdigte die Landjugendlichen als wichtige Akteure für die politische Interessensvertretung und die landwirtschaftliche Berufsstandsvertretung. „Landjugend streitet für einen lebens- und liebenswürdigen ländlichen Lebensraum“ , so Heidel.

Endstände Tanzturnier:

Vierpaarkreise: 1. Jossatal 1 (319,5); 2. Linsengericht (318); 3. Haubern I (317,5); 4. Laisa II (311); 5. Laisa II (304,5); 6. Rosenthal (298); 7. Wirmighausen (286,5); 8. Friedberg (286)

Mehrpaarkreise:

1. Haubern II (332 Punkte) 2. Linsengericht II (330,5) 3. Jossatal II (321) 4. Laisa IV (317,5) 5. Laisa III (309) 5. Haubern III (309) 7. Geismar (307)

Von: Paulus / Krauß

Rubrik(en): Volkstanz