Queen trifft Dieter Bohlen

Freitag, 29. Juli 2011

Die Promis haben sich die Klinke in die Hand gegeben beim Theaterworkshop-Wochenende der Hessischen Landjugend in Mücke am Vogelsberg. „Wir werden neue Wege gehen“ so der Landesvorsitzende Henrik Schmidtke in seinem Resümee am Sonntag „und bei der Jugendkulturveranstaltung auf der IGW in Berlin 2012 ein hessisches Zeichen setzen. Hessens Landjugend und Junglandwirte sind innovativ und kreativ, und das nicht nur im Stall und auf dem Feld“.

Die Schauspieler sind die Stars – und können ihre großen Idole sogar imitieren. Wenn die ehrwürdige Queen mit Pop-Titan Dieter Bohlen über das Modell Ganztagsschule diskutiert, und Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki den Literaturnobelpreis ablehnt, dann ist das Landjugend-Theater live! In Mücke haben sich 22 Nachwuchsschauspieler zum Theaterworkshop-Wochenende getroffen und sich so richtig ausgetobt. Alle haben die „Feuertaufe“ bestanden und sind dabei, wenn das Theaterprojekt jetzt in die heiße Phase geht.

Die Teilnehmer kommen von verschiedenen Landjugend-Ortsgruppen aus dem ganzen Land – angefangen in Wirmighausen im Norden über Fulda im Osten bis nach Erbach im Süden Hessens. „Es ist echt klasse, so viele neue Leute kennen zu lernen“, schwärmt die zwölfjährige Annika Lein. Gemeinsam mit ihrer Schwester Lisa und ihrem Bruder Nicholas war sie mit Begeisterung bei der Sache, wenn es beispielsweise galt, aus dem Stehgreif heraus bühnenreife Szenen zu entwickeln.

Zunächst führte die Theaterpädagogin Julia Andres die Schauspieler mit lockeren Übungen an die Materie heran. Da war erst einmal viel Kreativität gefragt, um aus Alltagsgegenständen wie Mülleimern, Chipstüten und Kleiderhaken ein Geräusche-Orchester zu entwickeln, das immer neue Lieder zum Besten gibt. Auch die Übung „Freeze“ kam gut an: Zwei Teilnehmer stehen auf der Bühne, überlegen sich spontan eine Alltagssituation, die sie nachspielen, bevor jemand „Freeze“ ruft und die Schauspieler in ihrer Position erstarren. Anschließend wird einer der beiden abgelöst und eine völlig neue Situation ergibt sich.

Die Theatergruppe kann sich sehen lassen, es ist eine bunte Mischung aus Schauspiel-, Gesangs- und Tanztalenten zwischen 12 und 28 Jahren. Obwohl die Laienschauspieler nur wenig Bühnenerfahrung haben, ist die Expertin begeistert von so viel Engagement und Hingabe: „Viele sind sich ihres Talentes noch gar nicht bewusst und trauen sich auch noch nicht so, aus sich heraus zu gehen“, sagt Julia Andres. „Das wird sich aber im Laufe der Proben von alleine geben.“ Immer wieder macht sie den Landjugendlichen Mut, über den eigenen Schatten zu springen.

Am Samstag, dem zweiten Tag des Workshops, wird es dann ernst. Die Teilnehmer werden in Kleingruppen aufgeteilt und sollen sich verschiedene Szenen zum Thema „Bildung“ überlegen, denn darum soll es in dem Theaterstück gehen. Jens Maiwald, 26, spielt zum Beispiel den Handwerker-Lehrer, der verzweifelt versucht, seinen Schülerinnen den Unterschied zwischen verschiedenen Dübel- und Schraubenarten zu erklären, bis diese ihn fast in den Wahnsinn treiben. Seine Bilanz: „Wir sind eine unheimlich lustige Truppe und die Improvisation der Szenen hat richtig viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon aufs nächste Mal!“

Das nächste Theaterwochenende ist im September geplant. Bis dahin sollen auch die ersten Unternehmen und Organisationen gefunden sein, die das Theaterprojekt unterstützen. Die Landesvorsitzende Carina Ludwig hofft auf einen großen Zuspruch: „Wir sind stolz auf unsere hoch motivierte Schauspielertruppe und würden uns riesig freuen, wenn sich viele Sponsoren finden, die uns bei dieser guten Sache finanziell unter die Arme greifen.“

Die Schauspieler sind sich übrigens einig, dass sie am 22. Januar 2012 auf der Grünen Woche in Berlin kein normales Theaterstück, sondern eine Mischung aus Komödie, Tanztheater und Krimi aufführen wollen. Die grobe Dramaturgie und die Rollen stehen fest. Nun wird Julia Andres, die sich während des gesamten Wochenendes seitenweise Notizen gemacht hat, in den kommenden Wochen das komplette Theaterstück schreiben – mit allen Sprechtexten, Regieanweisungen, genauer Planung des Bühnenbildes usw. „Natürlich dürfen die Beteiligten mitreden und ihre Anregungen einfließen lassen“, so Julia Andres. Und beim nächsten Treffen vom 23. bis 25. September 2011 wird dann, hofft sie, mit auswendig gelernten Texten für den großen Auftritt in Berlin geprobt. Interessierte Landjugendliche, vor allem für den Bühnenbau und die Maske, sind herzlich eingeladen, noch am laufenden Theaterprojekt teilzunehmen.

Alle Infos dazu gibt’s auf www.hessische-landjugend.de und auf den Facebook-Seiten der Hessischen Landjugend.

Von: HLJ

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