Landjugend feiert (60-Jähriges) mit Fans aus ganz Hessen.
Alle Wege führen nach Wirmighausen – Zumindest am 3. Septemberwochenende war die Diemelsee-Gemeinde das Ziel für alle Mitglieder, Freunde und Förderer der Hessischen Landjugend, die dort ihr 60-jähriges Jubiläum feierten. „Die Mission ist gelungen“, so die Rückmeldung aus den Reihen der Gäste. Drei Stunden führten die beiden Landesvorsitzenden Carina Ludwig (Laisa) und Henrik Schmidtke (Wirmighausen) durch ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm. Mehrere, den jeweiligen Jahrzehnten angepasste, Kostümwechsel der beiden Vorsitzende, kurze witzige Laudatien der Ehrengäste, zeitgemäße Videobotschaften von Gründungsmitglieder und Bildpräsentationen vergangener Aktionen ließen 60 Jahre und drei Stunden Festakt kurzweilig und aufregend wirken.
Die glamouröse Filmpremiere des Landjugendfilms „Auf der Suche nach…“ , bei dem 187 Landjugendliche mitgewirkt hatten, sowie die anschließende Preisverleihung des „Herrn-Ingeborg-Weber-Preis“ an die Akteure des Filmes verliehen der Feier einen Hauch von Hollywood und Noblesse.
Bauernverband kann von Landjugend lernen „(B)isst du billig“ - war das Thema der Podiumsdiskussion durch die Katrin Biebighäuser als Moderatorin führte. Auf der Freilichtbühne waren als Diskutanten Friedhelm Schneider, Michael Schwab, Vorsitzender der Europäischen Landjugend, Reiner Jäkel, Geschäftsführer des Hessischen Jugendrings und Mark Trageser. Ehrenamtliches Engagement von den unterschiedlichen Seiten zu beleuchten stand im Mittelpunkt des Gespräches. Der Grundstein für späteres ehrenamtliches Engagement muss in der Kindheit gelegt werden, sonst fehlt später der Bezug dazu, war die einhellige Meinung auf dem Podium. „Den Einstieg von Jugendverbänden in die Nachmittagsbetreuung von Ganztagsschulen sieht die Landjugend als kritisch“, so Trageser auf die Frage nach der Landjugendposition zum Thema Ganztagsschule. Ehrenamt dürfe nicht zu einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme werden, betonte Jäckel, sondern müsse ein Verbund mit Gemeinschaftssinn und definierten Themengebiet bleiben. "Kritik ist die Würze" so Schneider in seinem Redebeitrag. Landjugend hat sich seit seiner aktiven Landjugendzeit in ihrem ehrenamtlichen Engagement verändert. Sie ist freier, offener, kritischer und mutiger geworden und „auch der Bauernverband kann noch von der Landjugend lernen“ so Schneider anerkennend.

