Der Agrarausschuss der Hessischen Landjugend setzt sich für die Interessen der Junglandwirte in Hessen ein. Bei einem Treffen mit Landwirtschaftsminister Jung haben sie mit ihm über die Themen geredet, die die Junglandwirte in Hessen momentan bewegen.

Marvin Scheld, Agrarsprecher der Hessischen Landjugend, begrüßte auf dem Milchviehbetrieb der Familie Schäfer in Külos den Landwirtschaftsminister Ingmar Jung und die beiden regionalen CDU-Politiker MdL Sebastian Müller und MdB Michael Brand. Unterstützt wurde der Agrarsprecher bei dem Treffen von seinem Agrarausschuss, der sich aus Junglandwirten aus ganz Hessen zusammensetzt und einigen Mitgliedern des Landesvorstandes der Hessischen Landjugend.
Fachkräftemangel an Schulen
Ein zentrales Thema des Treffens war der akute Fachkräftemangel an den landwirtschaftlichen Schulen. Die Vertreter der Landjugend wiesen darauf hin, dass es immer schwieriger werde, qualifizierte Lehrkräfte zu finden. Oft würde Fachkräftemangel von den Schulen nicht gemeldet. Stattdessen werden Unterrichtsstunden von Personen geleitet, die nicht über ausreichendes Fachwissen verfügen. Dies führt dazu, dass die Schüler nicht die nötige Expertise erhalten, die sie für ihre berufliche Zukunft benötigen. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar, da es die Qualität der Ausbildung beeinträchtigt und die Schüler nicht optimal auf ihre Aufgaben in der Landwirtschaft vorbereitet werden. Die Junglandwirte befürchten, dass Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern langfristig in der Qualität der landwirtschaftlichen Ausbildung zurückfallen könnte.
Tierschutzgesetz in Kritik
Das neue Tierschutzgesetz bringt umfangreiche bürokratische Anforderungen mit sich, die für viele Landwirte eine erhebliche Belastung darstellen. Landwirtschaftsminister Ingmar Jung merkte an, dass die Bundesregierung offenbar befürchtet, dass nicht ausreichend auf die Regeln geachtet werden würde, und daher eine strengere Kontrolle für notwendig hält. Diese Wahrnehmung wird von vielen Landwirten als Vertrauensbruch interpretiert, da sie den Eindruck haben, dass ihre bestehenden Praktiken nicht ausreichend gewürdigt werden. Marvin Scheld, selbst Schweinehalter, betonte im Dialog mit Jung, dass diese erhöhte Bürokratie die tägliche Arbeit zusätzlich erschwert, obwohl den Landwirten das Wohl der Tiere als oberstes Ziel verfolgen.
Regionale Verarbeitungsstätten
Anne Fay, stellvertretende Agrarsprecherin, brachte zur Sprache, dass in der Region ein Mangel an geeigneten Verarbeitungsstätten besteht. Besonders wichtig war ihr das Thema, da viele Großkunden, die regionale Produkte beziehen möchten, diese oft bereits verarbeitet wünschen. Landwirtschaftsminister Ingmar Jung und Anne Fay beratschlagten sich über mögliche Lösungen, wie etwa die Einrichtung von Weiterverarbeitungsstationen direkt auf den Höfen, um den regionalen Bedürfnissen besser gerecht zu werden.
Neben den Gesprächen fand für den Landwirtschaftsminister eine Hofführung statt, die Christoph Schäfer, Beisitzer des Agrarausschusses, übernommen hat. Marvin Scheld, Agrarsprecher der Hessischen Landjugend, brachte das Treffen auf den Punkt „Uns ist es wichtig, dass die Politik die Bedürfnisse der jungen Landwirte versteht und unterstützt. Es ist großartig zu sehen, wie offen der Landwirtschaftsminister Jung für unsere Anliegen ist.“.
Text und Bild: HLJ